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Golden Trail Series - Sierre Zinal

Kilian Jornet bricht 16 Jahre alten Streckenrekord für seinen siebten Sierre-Zinal Sieg und Maude Mathys stellt neuen Rekord bei den Frauen auf


ZINAL, SWITZERLAND – Sierre-Zinal eilt als Trail-Rennen ein legendärer Ruf voraus - mit seiner Historie über beinahe fünf Dekaden und den gefeierten Athleten-Leistungen vor Ort. Am Sonntag ergänzte eine weitere Trail Running Legende ein neues Kapitel auf den sagenhaften Trails in den Schweizer Alpen - sowohl zu seiner eigenen Geschichte, als auch zu der des Rennens. Mit einem schwindelerregenden Pace vom Start an lief Spanien’s Kilian Jornet (Team Salomon) in einer Zeit von 2:25:35 einem der stärksten Läuferfelder der letzten Jahre davon. Damit unterbot er die lang bestehende Streckenbestmarke von Jonathan Wyatt um drei Minuten und 37 Sekunden. Es war Jornet’s neunter Start beim Sierre-Zinal davon der siebte Sieg.


Bei den Frauen stellte Maude Mathys (Team Salomon) ebenfalls einen Streckenrekord auf: Sie gewann in 2:49:20 und verbesserte Anna Pichrtova’s Rekordzeit von 2008 um fünf Minuten. Sowohl Jornet als auch Mathys setzten sich bereits von der herausfordernden Uphill-Passage zu Beginn des Rennens an die Spitze und verteidigten bis ins Ziel ihre Führung.

Mathys stellte im Wettkampf der Frauen sicher, dass Jornet nicht der einzige war, der an diesem Tag einen Rekord brach. Ihre Zeit von 2:49:20 war fünf Minuten schneller als die ihrer Landsmännin Judith Wyder (Team Salomon), die in 2:54:20 ins Ziel kam. Beide schlugen den bestehenden Streckenrekord von 2:54:26 – Mathys sogar mit 5 Minuten und 6 Sekunden.


Mathys wurde beim Dolomyths Sky Run in Italien vor ein paar Wochen Dritte, doch am Sonntag nutzte sie ihre Stärke im Uphill um frühzeitig einen Vorsprung zum Gesamtfeld herauszulaufen. Sie lag am Chandolin Checkpoint drei Minuten in Führung und blieb für den Rest des Feldes das gesamte Rennen außer Sichtweite. Italiens Silvia Rampazzo (Team Tornado) wurde mit einem weiteren starken Rennen in der Golden Trail World Series mit 2:56:17 Dritte. Ruth Croft (Team Scott) zeigte ihre Konsistenz mit einem vierten Platz nach 3:01:56 während Frankreichs Anais Sabrié in 3:01:58 Fünfte wurde.

In der zweiten Saison der Golden Trail World Series war beim Sierre-Zinal erneut ein breites und talentiertes Läuferfeld am Start, welches die Athleten bei diesem vierten Stopp der Sechser-Rennserie zusätzlich zu Bestleistungen anzuspornen schien.

Jornet wurde hartnäckig von 2016 Sieger Petro Mamu aus Eritrea verfolgt, der ebenfalls den bestehenden Streckenrekord brach und nur 56 Sekunden nach dem Spanier in 2:26:31 ins Ziel kam. Der Amerikaner Jim Walmsley (Team Hoka), der zum ersten Mal beim Sierre-Zinal an den Start ging, wurde in beeindruckenden 2:31:52 Dritter. Juan Carlos Carera wurde in 2:32:52 Vierter, vor Großbritanniens Robbie Simpson mit einer Zeit von 2:33:55.

Jornet sicherte sich einige Schritte nach Rennbeginn bereits die Führung und war von da an allein. Die Strecke steigt 2200 Höhenmeter vom Start in Sierre und endet mit einem großartigen Downhill- Abschnitt bis zur Ziellinie im idyllischen Alpendorf Zinal. Jornet vergeudete keine Zeit und zeigte seine großartige Form mit einer Führung von zwei Minuten vor Mamu bereits am Checkpoint in Chandolin in 1:05:59, auf Kurs den 2003 aufgestellten Streckenrekord von Wyatt zu brechen.

„Ich habe meine Zeit nach dem Anstieg gecheckt und wusste, dass ich gut unterwegs war“, sagte Jornet. „Eigentlich hatte ich erwartet, dass einige der Jungs mit mir den ersten Anstieg laufen würden, wie Petro und Davide Magnini, aber ich war ein paar hundert Meter nach dem Start allein. Ich hatte großen Respekt vor Jonathans Rekord. Er war führend im Trail Running und in seine Fußstapfen zu folgen ist ein großartiges Gefühl. Das macht diesen Sieg von allen hier so besonders.“

Jornet hatte sich auf das 31km lange Sierre-Zinal Rennen mit einem dezidierten Trainingsplan vorbereitet, denn er wusste, dass der Rekord von Wyatt anders nicht zu schlagen war. Er reduzierte seine Wettkampfteilnahmen in dieser Saison und fokussierte sein Training um zu sehen, wie schnell er potentiell laufen konnte.

„Normal laufe ich durchschnittlich 15 Rennen im Jahr. Es gab aber auch schon Jahre, in denen ich, Trail Running und Skimountaineering zusammengenommen, 50 Rennen bestritten habe, sodass keine Zeit zum Trainieren blieb. Du wechselst dann nur zwischen Renn- und Recovery-Phase”, sagte Jornet nach seinem Sieg. „Dieses Jahr habe ich mich aufs Training konzentriert um zu sehen, welchen Unterschied das für die Wettkampfleistung ausmacht. Mein Ziel ist immer der Sieg, aber ich plane jedes Rennen strategisch um nicht gänzlich an den Anschlag gehen zu müssen, da ich weiß, dass ein weiteres Rennen bald ansteht, manchmal sogar schon in der nächsten Woche. Dieses Jahr wollte ich Alles geben, ohne an das nächste Rennen zu denken. So war ich sechs Minuten schneller, als meine persönliche Bestzeit hier. Der Trainingsplan scheint also aufgegangen zu sein. Ich vermutete zwar, dass ein neuer Rekord im Rahmen des Möglichen lag, aber dachte auch, dass ich mich hier im Sekundenbereich bewegen würde.“

Nach seinem 2019-Debüt beim Zegama-Aizkorri Mountain Marathon im Juni, war dies Jornet’s zweiter Golden Trail World Series Sieg der Saison. Als Nächstes richtet er seine Aufmerksamkeit auf das älteste Trail Rennen in Amerika und gleichzeitig den fünften Stopp der Golden Trail World Series, den Pikes Peak Mountain Marathon in Colorado am 25. August.